Franziskus, die Krippe und Glauben

Tobias • 2 Dezember 2019
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Text:

Johannes 1 Das Wort des Lebens
1 Im Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, ja das Wort war Gott. 2 Von Anfang an war es bei Gott. 3 Alles ist dadurch entstanden. Ohne das Wort entstand nichts von dem, was besteht. 4 In ihm war Leben, und dieses Leben war Licht für die Menschen. 5 Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. 6 Da trat ein Mensch auf. Er war von Gott gesandt und hieß Johannes. 7 Er kam, um als Zeuge auf das Licht hinzuweisen. Alle sollten durch ihn glauben. 8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur darauf hinweisen. 9 Der, auf den er hinwies, war das wahre Licht, das in die Welt kommen und jeden Menschen erleuchten sollte. 

 

Predigt:

Glauben kann man auf zweifache Weise verstehen:

a) Glauben an etwas, z.B. eine Lehre, ein Ereignis usw. oder

b) Glauben.

In Johannes 1,7 bezeugt Johannes der Täufer das Licht - womit das Kind in der Krippe gemeint ist - und der Autor fügt hinzu, dass alle durch Jesus glauben sollten. Der Satz hat kein Objekt. Und das, obwohl es im Johannesevangelium zentral um die Begegnung mit Jesus als dem Messias geht.

Vielleicht geht es hier zunächst um eine allgemeine Glaubensenergie, die in uns erweckt wird. Eine Art von Glauben, der einen Berg versetzen kann oder jemandem geholfen hat, wie Jesus es ausdrückt. Dass wir Möglichkeiten der Veränderung sehen, wo man normalerweise nur Gewalt sieht. Dass wir Schönheit entdecken, wo wir mit unseren physischen Augen nur Falten oder Dampf aus einer Teekanne sehen. Glauben als kreativer Möglichkeitsraum. Glauben als bewusstes Lebensvertrauen. Diese Art von Glauben ist es, die Menschen durch die Begegnung mit Christus erfahren haben, die in ihnen geweckt wurde. Sie sahen die Gegebenheiten, wie sie waren und gleichzeitig - spätestens seit Ostern - auch noch etwas anderes: Die Möglichkeit und Verheißung, dass Dinge sich verändern, dass die Welt nicht bleibt wie sie ist. Dass Krieg und Gewalt zu Frieden werden, dass der Graben zwischen denen, die etwas haben und denen, die nichts oder wenig haben, schmaler wird und dass das eigene Leben einen kostbaren Wert und Bedeutung hat. 

Franz von Assisi verkörperte diese Art von Glauben sehr authentisch und ansteckend. Er war es, der Menschen zusammenbrachte, eine Krippe aufbaute und in ihnen Glauben weckte, dass ihr Leben wertvoll und bedeutsam war, auch wenn sie nur wenig Besitz hatten. Er engagierte sich außerdem gegen Krieg und Gewalt und fiel sozusagen manchmal aus den Zwängen der Zeit heraus, indem er ausgelassen und selbstvergessen Späße machte. Die Begegnung mit Jesus hatte dieses konsumkritische und gleichzeitig fröhlich bewusste Lebensvertrauen in ihm entzündet. Die Beschäftigung mit ihm und seiner Art zu Leben und zu Denken ist also hochaktuell. 

 

Eine innere Reise mit der Krippe:

Unten findest du Bilder der mitgebrachten Krippen. Wenn du vor einer Krippe stehst, dann kannst du dir das Geschehen folgendermaßen vergegenwärtigen:

Geh auf Augenhöhe mit den Figuren. Stell dir vor, wie du ganz klein wirst, so klein wie die Krippenfiguren. Und geh in die Szene hinein. Stell dir weiter vor, auch die Zeit würde sich jetzt ganz klein machen. Die Geburt Jesu und der heutige Tag, der jetzige Vormittag, wären ganz eng beisammen. Und du wärst jetzt da. Lass dich führen von dem, was dann vor deinem inneren geistigen Auge erscheint. Vielleicht kommt dir ein Vers oder eine Liedzeile in den Sinn und gibt dir weitere Hinweise für deine kleine innere Reise in die Zeitlosigkeit.

 

Fragen:

  • Wo ist dir ein Verständnis von Glauben als kreativer Möglichkeitsraum oder als bewusstes Lebensvertrauen zuletzt begegnet?
  • In wiefern kann diese Art von Glauben durch eine Begegnung mit Jesus ausgelöst werden?
  • Wie ließe sich für dich und dein Zellgruppenteam solch ein Glaube in einer verunsicherten und widersprüchlichen Welt ausdrücken?
  • Vielleicht möchtest du dir / ihr euch einige der kleinen Aktionen der Freundlichkeit unter dem Schlagwort "Lebendiger Adventskalender" auf dieser Webseite heraussuchen und bis zum nächsten Mal umsetzen?

 

 

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