Der Erstgeborene von den Toten | Provokation radikaler Hoffnung

Jens Stangenberg • 27 November 2018
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Bei dieser Predigt ist es wichtig, sich parallel die Folien anzusehen. Die PPT-Folien findest du im Anhang.

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https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/predigten/2018/11/25/der-erstgeborene-von-den-toten-provokation-radikaler-hoffnung/

 

Predigt: Der Erstgeborene von den Toten | Provokation radikaler Hoffnung

Leitvers:
Kol 1,18 … Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei.

Kirchenlied
Es ist ein Ros entsprungen
auß einer wurtzel zart
Als vns die alten sungen
auß Jesse kam die art
vnnd hat ein blümlein bracht
mitten in kaltem winter
wol zu der halben nacht.
(1599)

Der Bibelvers, auf den dabei Bezug genommen wird:
Jesaja 11,1 (EÜ): "Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht."

Eine lebendige Hoffnung - Christus, der Auferstandene
1Petr 1,3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,

Christus in uns, Gottes Lichtglanz der neuen Welt
Kol 1,27 Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

Die Verzerrung der Botschaft

1Kor 13,13: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

  • Glaube: Als Vertrauen wird ein Akzeptieren von dogmatischen Lehraussagen.
  • Liebe: Aus Feindesliebe und gewaltfreien Widerstand werden Heilige Kirche und ein allgemeines Nett-Sein
  • Hoffnung: Aus einer Handlungsgrundlage für Veränderung wird Jenseitsvertröstung.

Epochen mit verschiedenen Weltbildern

Mittelalter / 6.-16.Jh.

  • Metaphysik: das Unsichtbare, Gott/ das höchste Sein, die Grundordnung der Welt, das, was hinter der sinnlich erfahrbaren, natürlichen Welt liegt.
  • Physik (physis): das Sichtbare / die Welt / die Schöpfung, das Reale, Wirkliche / das, was mit den fünf Sinnen erfahrbar ist.
  • Kirche verstand sich als Vermittlerin des Heils

Aufklärung / 17.-20.Jh.

  • Religionskritiker schaffen das "Übernatürliche" (Metaphysik) ab: Ludwig Feuerbach, Charles Darwin, Karl Marx, Sigmund Freud.
  • Die Kirche verliert ihre Vormachtstellung und weiß nicht mehr genau, was sie vermitteln soll. Sie wird gesellschaftlich auf einen religiösen Sonderplatz verdrängt.

21. Jh.: Eine (alte) neue Weltsicht entsteht / Verschachtelte Pyramide des Seins

  1. Basis-Ebene: Der "kosmos" (kleingeschrieben) Materia/ Dinge: Kosmologie, Materielle Wissenschaft. Der Umgang: Ausbeutung
  2. Das Leben: bios/ Biosphäre: Gaia / Mutter Natur / Ökosystem. Der Umgang: Verbundenheit
  3. Das menschliche Bewusstsein: nous/ Noosphäre: Digitales Supergehirn, Vernetztes Weltbewusstsein. Der Umgang: Intelligente Problemlösungen
  4. Der kosmische "Weltgeist": spirit/ Theossphäre / reiner Geist: Nondual/ Erleuchtung / Punkt Omega. Der Umgang: Glück/ Erfüllung

Alles zusammen ist der KOSMOS (großgeschrieben). Diese Weltsicht entspricht schon ganz alten Philosophien: Plato und später der Plotin (Neuplatonismus).

Das radikal Neue
Bereits das Judentum betonte in Auseinandersetzung mit der ägyptischen und babylonischen Weltsicht, dass Gott der "ganz Andere" ist. Er ist nicht "das höchste Sein", sondern außerhalb jedes Systems. Auch das Christentum in Auseinandersetzung mit griechischer Philosophie betonte das ähnlich: Jesu Auferstehung von den Toten ist die Bezeichnung eines Ereignisses, dass radikal alle bisherigen Kategorien sprengt.

Versuche, die Neue Welt zu beschreiben
Auch das radikal Neue lässt sich nur mit alten Begriffen beschreiben. Häufig werden Bilder und Vergleiche verwendet.

  • Das Jetzige ist erst ein Schatten des Zukünftigen: Hebr 8,5 Sie dienen aber dem Abbild und Schatten des Himmlischen…
  • Das Jetzige ist vergleichbar mit Geburtswehen: Mt.24,6-8 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn es muss geschehen. Aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen.
  • Wir befinden und in einem Verwandlungsprozess (Metamorphose: Von eine Raupe zum Schmetterling): Röm.12,2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert (metamorphose) euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
  • Das Jetzige, Sterbliche wird von Unverweslichkeit umkleidet: 1. Kor 15,54 Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): »Der Tod ist verschlungen in den Sieg.
  • Alles, was wir jetzt erleben ist wie eine Morgendämmerung: Röm.13,2 Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis…
  • Narnia: Das, was wir jetzt in unserer Welt erleben ist wie ein gigantischer, kosmischer Winter. Aber der Frühling kommt...

Aktives Warten
2. Petr 3,13 Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

  • Wir können einfach passiv warten und uns die "Füße kalt frieren".
  • Wir können erwartend nach den Vorboten des Frühlings (Krokusse) Ausschau halten.
  • Wir können aktiv Zeichen der Hoffnung setzen und die jetzige Welt verändern (Bsp: Martin Luther King u.a.).
  • Jeder Mensch ist Schnittstelle der Transformation

Meditation: Das Kirchenfenster von Unser Lieben Frauen:

  • Christus in euch, der göttliche Lichtglanz einer radikal erneuerten Welt

 

Fragen für die Zellgruppen

  1. Welches der verschiedenen Bilder hilft dir am meisten, die Hoffnung auf eine neue Welt auszudrücken (Schatten-Wirklichkeit, Geburtswehen, Morgendämmerung, Winter-Frühling, Verpuppung zum Schmetterling, Umkleidung mit Neuem)?
  2. Wie kann die Veränderung von "passiv, bloß abwartender Hoffnung" zu einer "aktiv gelebten Hoffnung" gefördert werden?
  3. Worin zeigt sich in deiner Lebensführung und deinem Verhalten, dass du ein "aktiver Hoffnungsträger/ eine aktive Hoffnungsträgerin" bist?
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