#02 Flüchtige Moderne und Liquid Church

Zur Jahrtausendwende veröffentlichte der Philosoph Zygmunt Bauman das Buch mit dem deutschen Titel “Flüchtige Moderne”. Kurze Zeit später nahm der englische Theologe Peter Ward seine Thesen auf und verlängerte sie in Richtung “Liquid Church”.  Weitere 10 Jahre später ist diese Diskussion auch in der katholischen Kirche in Deutschland angekommen. Sehr interessant, dass sich selbst diese Art von “stabiler Kirche” mit der Thematik auseinander setzt. Offenbar befinden wir uns gemeinsam in einer Suchbewegung, mit der Flüchtigkeit von “religiösen Konsumenten” angemessen umgehen zu lernen.

#01 Einführung

Wir befinden uns inmitten eines breiten gesellschaftlichen Umbruchs: Klassische Formen von verbindlicher Zugehörigkeit nehmen ab, festgefügte Leitungsstrukturen werden immer misstrauischer beäugt und der Wunsch, sich möglichst lange alles offen zu halten, wird sehr groß geschrieben.
All diese Tendenzen zeigen sich auch in christlichen Gemeinschaften. Häufig wird dieser gesellschaftliche Trend eher negativ als Überindividualisierung, Selbstbezogenheit und Unverbindlichkeit gedeutet. Möglicherweise führt uns die “Verflüssigung von Kirche” aber auch wieder stärker an das Neue Testament heran. Es ist wichtig, diese Entwicklung aufmerksam wahrzunehmen und konstruktiv darauf zu reagieren.