suche Frieden

Andreas Petry • 8 Januar 2019
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Predigt zum Nachhören: 
https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/predigten/2019/01/08/suche-frieden

Jahreslosung 2019: 

Suche Frieden und jage ihm nach. Ps 34,15

Schalom

Wenn die Bibel vom Frieden spricht, dann ist nicht „die Abwesenheit von Krieg“ gemeint, sondern ein umfassendes Heilwerden in allen menschlichen Beziehungen. Das hebräische Wort „Schalom“ beschreibt ein geordnetes und sortiertes Beziehungsgeschehen in allen Bezügen. Es betrifft die Beziehungen: Mensch zu Gott, Mensch zu sich selbst, Mensch zu anderen Menschen und genauso Mensch zur Schöpfung. Das ist die alttestamentliche Perspektive mit Blick auf den Messias und neutestamentlich das Anbrechen des Reiches Gottes. 

Sha'al Schalom - Frage nach dem Frieden

Der Schalom findet sich in der jüdischen Kultur im alltäglichen Gebrauch wieder. Der häufig verwendete Gruß „Sha'al Schalom“ ist nicht nur ein „Friede sei mir dir“, sondern viel mehr eine Frage. Man erkundigt sich beim Gegenüber nach dem Frieden. Man könnte vielleicht sagen: „Sind wir im Frieden?“ oder direkter „Bin ich dir etwas schuldig?“ 

Frieden im Angesicht von Weltpolitik

Beim Thema Frieden kommen wir nicht drum herum auch weltpolitische Zusammenhänge vor Augen zu nehmen. Viele Regionen dieser Welt werden von kriegerischen Konflikten beherrscht. Wir sehen uns diesen Zusammenhängen hilflos und ohnmächtig gegenüber. Was kann ich diesen großen Strukturen oder herrschenden Eliten schon entgegensetzen? Dieser Übermacht schleudert Christus die Kraft des Kreuzes entgegen. In Kol. 2,15 beschreibt Paulus die Macht Christi: „Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus.“

Alle Macht dieser Welt, alle strukturelle Kraft Menschen zu beherrschen, zu unterdrücken, zu versklaven, gleichzuschalten, zu manipulieren steht der umfassende Triumph Christi entgegen. Das Bild seiner Herrschaft ist nicht beherrschende Macht, sondern Hoffnung im konkreten Bild des umfassenden Schaloms. Christus, der Friedensstifter, hat uns den Auftrag gegeben diese Hoffnung in die Welt zu tragen. 

Gebet als Antiohnmachtstool

Der Theologe und Friedensaktivist Walter Wink sagte über das Gebet:  “Das Gebet lässt die Luft einer kommenden Zeit in die erstickende Atmosphäre der Gegenwart hineinwehen”. 

Mein Wunsch ist es, dass wir wieder neu die  Kraft des Gebets und seine Bedeutung im persönlichen und strukturellen Kampf gegen die Ohnmacht im Blick auf die Mächte und Gewalten dieser Welt entdecken. 

Fragen als Anregung für ein gemeinsames Gespräch: 
Wie könnte die Frage „Scha'al Schalom“ meinen Alltag beeinflussen? Wo ließe sich das anwenden? 

Welche weltpolitischen Entwicklungen machen dir aktuell Angst?

Wo hast du die Macht des Gebets erlebt?

Wie können wir die Kraft des Gebets wachhalten und als Kampfansage gegen persönliche und strukturelle Ohnmacht anwenden?

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