Über allem: Freude | Die Grundatmosphäre des christlichen Lebens

Jens Stangenberg • 6 Mai 2019
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https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/predigten/2019/05/05/ueber-allem-freude/

 

Predigt

Auf dem Titelbild ist eine Kong-Ming-Laterne abgebildet. Sie wird auch Himmels-Lampion, Glückslaterne oder Himmelskerze genannt. Ein Bild für "still aufsteigende Freude".

Wofür steht das Christentum? Für Liebe, Friede, Glaube? Aber wer würde in unserer Kultur "Freude" damit verbinden? 

Der Evangelist Lukas betont in seiner Schrift besonders die Freude, die durch das Evangelium ausgelöst wird. Vier Beispiele.

Lk 2,10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;

Lk 10,20 Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.

Lk 15,9 Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe meinen Silbergroschen gefunden, den ich verloren hatte. / Sünder der Buße tut

Lk 19,6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.


Bibeltext: Lk.24,41-52

2.1 Vor Freude nicht glauben können
Lk.24,41 Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: ...

Die Jünger waren überwältigt von Glück, als sie den Auferstandenen trafen. Aber sie konnten es immer noch nicht glauben, dass es wirklich wahr war.

2.2 Gemeinsam essen
... Habt ihr hier etwas zu essen? 42 Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. 43 Und er nahm's und aß vor ihnen. 

Die Bedeutung des gemeinsamen Essens wird bei Lukas besonders hervorgehoben. Er beschreibt Jesus als jemanden, der gerade mit den Ausgegrenzten (Zöllner, Sünder...) zusammen gegessen hat. Für ihn ist das Reich Gottes wie eine große Festtafel, eine offene Tischgemeinschaft. Alle sind eingeladen.

2.3 Alles war vorangekündigt
44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen. 

Während sie essen, wies Jesus sie darauf hin, dass er ihnen alles vorhergesagt hatte. Das, was an ihm und mit ihm geschah, wurde in den alten Schriften prophezeit.

2.4 Es musste so geschehen
45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden, 46 und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; 47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.

Immer mehr verstanden die Jünger. Auch anderen Stellen weist Lukas darauf hin, dass die Heilsgeschichte einen zwingenden Verlauf nimmt. Gottes Reich breitet sich aus und niemand kann es aufhalten.

2.5 Zeuge sein
Von Jerusalem an 48 seid ihr dafür Zeugen. 49 Und siehe, ich sende auf euch, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.

Ein Zeuge soll keine Geschichte erfinden oder beweisen. Er muss auch nicht Gott verteidigen. Die Aufgabe des Zeugen besteht darin, auf etwas hinzuweisen und für etwas einzustehen. In diesem Fall: Für Jesus und seine Botschaft. Um Mut zum Zeugnis zu haben, braucht es die Kraft des Heiligen Geistes.

2.6 Jesus segnete sie und war dann weg
50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. 51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.

Die Ausbildungszeit der Jünger war zu Ende. Nun waren sie an der Reihe. Mit Gottes Kraft sollten sie ausbreiten und verbreiten, was geschehen war.

2.7 Große Freude
Lk.2,52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude 53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Das Lukasevangelium endet damit, dass die Jünger zurück nach Jerusalem gingen - genau an den Ort, an dem ihre Welt zusammengebrochen war. Nun aber kamen sie hierhin zurück "mit großer Freude". Und die priesen Gott. Das ist das Ende des Evangeliums und der Zielpunkt unseres Lebens.


Überleitung zum Abendmal

In der katholischen Kirche wird für das Abendmahl der Begriff "Eucharistie" verwendet. Es heißt übersetzt "Danksagung". In den griechischen Grundbedeutungen kommt das Wort "Freude" (xara), das, was erfreut (xaris) und gut (eu) vor. Es meint als: Eine Essensgemeinschaft, die sehr gut erfreut.

 

Fragen für die Zellgruppen

  1. Welchen Begriff verbindest du mit dem Christentum? Liebe, Friede, Glaube, Hoffnung, Gerechtigkeit... An welcher Stelle der Liste würde das Wort "Freude" vorkommen?
  2. Wenn du an das Evangelium von Jesus denkst - über was genau freust du dich?
    • Die Erfüllung der Prophetien hat in Christus begonnen - der Retter ist da
    • Jesus vergibt alle Schuld
    • Gott hat seinen Geist zu allen Menschen gesandt
    • Satan ist vom Himmel gefallen
    • Dein Name ist im Himmel aufgeschrieben
    • Menschen kommen zum Glauben und beginnen ein neues Leben
    • Jesus ist wie bei Zachäus in dein Haus gekommen
    • Jesus hat den Tod überwunden
    • ... oder etwas anderes
  3. Bringt eure Freude im Gebet zum Ausdruck.
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