Andere Götter, Bildnisse und Missbrauch des Namens | Die 10 Gebote als innerer Weg Teil 2

Tobias Ennulat • 17 Oktober 2018
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https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/predigten/2018/10/17/andere-goet…

Hinweis:

Am Ende der Predigt ist das Lied "Bei Dir" von Marcus Böttcher zu hören.
 

Einstiegsfrage:

Inwiefern sind die Gebote relevant oder irrelevant für unsere moderne Welt? 
 

Bibellese:

Exodus / 2.Mose 20,1-7

[1. Gebot:] Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.

[2. Gebot:] Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

[3. Gebot:] Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.
 

Zum Inhalt:

Kaum wurden die 10 Gebote gegeben, beteten die Empfänger schon ein selbstgeformtes goldenes Kalb an. Es war für sie kein anderer Gott, sie haben schlicht ihren Gott "Jahwe" handzahm, bedürfnisorientiert und vereinheitlicht für alle gestaltet. An dieser Begebenheit erkennt man deutlich, was genau gemeint ist mit der Anweisung keine anderen Götter anzubeten, keine Bildnisse herzustellen und den Namen Gottes nicht zu missbrauchen. 

Gott lässt sich nicht dressieren, zähmen oder praktisch handhabbar für die eigenen Bedürfnisse nutzen. Zunächst stellt er sich im ersten Gebot ("Wort") nach jüdischer Zählung erneut vor, als ein personaler und befreiender Gott. Damit begründet er, warum seine Weisungen ganz anders für eine Gesellschaft wirken, als die des Pharaos, dessen Gebote der Ausbeutung von Menschen dienten.

Gott wird auch im Neuen Testament als ein persönlicher und befreiender Gott beschrieben. Er führt heraus aus der "Sklaverei der Sünde", aus Ausbeutungs- und Fremdbestimmungsstrukturen.

Gleichzeitig ist Gott für uns jedoch unverfügbar, der ganz andere und geheimnisvoll. Das bedeutet, dass es normal ist, dass wir nicht alles von ihm verstehen und dass wir vor seiner Heiligkeit erbeben. 

Genauso wird sein Name jedoch missbraucht und ein falsches Bild von ihm vermittelt, wenn ich meine, dass ich nichts von ihm weiß, er nicht handelt und redet.

In dem Fall ist es gut, zu beten, dass die eigenen Ohren und Augen aufgetan werden für seine Wirksamkeit in meinem Leben. So werden z.B. positive Erfahrungen, die wir machen, manchmal fälschlich mit Begriffen wie "Glück" oder "Zufall" erklärt. 

Eine weitere um sich greifende bedürfnisorientierte Gottesvorstellung ist die Idee, dass Gott ausschließlich auf der Erde sei, so wie die Luft, die Erde oder das Wasser. Manchmal wird Gott mit dem "Jetzt" gleichgesetzt, mit dem Sein an sich oder als eine tiefere Dimension im Menschen. Diese verbreiteten Ansätze verkennen Gottes Personalität. Er ist unser Gegenüber. Er ist das ewige Du, zu dem wir eine Beziehung haben dürfen, können und sollen. Er ist der, den wir in unser Leben einbeziehen sollten, mit dem wir unterwegs sind, wohin wir auch gehen. Mit dem wir reden, auf den wir hören und dessen Handeln in unserem Leben wir erwarten können. Auch wenn sein Wirken für uns nicht immer sichtbar ist.

 

Praktische Anwendung:

  1. Welche bedürfnisorientierten Vorstellungen von Gott begegnen dir in der säkularen und christlichen (auch der evangelikalen) Welt?
  2. Welche Erfahrungen hast du damit Gott zu benutzen für die eigenen Interessen oder aber auch ihn völlig zu vergessen ins Leben einzubeziehen?
  3. Wie gehst du mit dem Bilderverbot um? Wann lenken dich Dinge wie Musik, Kunst und bildnerische Darstellungen ab von Gott und wann helfen sie dir ihn anzubeten?

 

 
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